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Stolpersteine in der deutschen Rechtschreibung

  • Autorenbild: Johanna Mahn
    Johanna Mahn
  • 20. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Jan.


Rechtschreibung wirkt oft wie ein starres Regelwerk. Dabei steckt hinter vielen Schreibweisen weniger Logik als Geschichte, Sprachwandel und einfach Gewohnheit. Manche Wörter sehen falsch aus, obwohl sie korrekt geschrieben sind. Andere wiederum schreiben viele Menschen gleich, aber dennoch falsch.

Vieles ist auswendig lernen. Das sehe ich gerade auch besonders wieder bei meinem Sohn, der derzeit in der ersten Klasse mit der deutschen Rechtschreibung kämpft.


Einige Wörter lösen erfahrungsgemäß zuverlässig Verwirrung aus, obwohl sie völlig korrekt geschrieben sind, zum Beispiel:


  • aufwendig (nicht aufwändig - es bezieht sich hier auf "aufwenden", nicht "Aufwand")

  • leidtun (Verb-Adjektiv-Verbindung)

  • imstande sein

  • recht haben ("recht" als Adjektiv oder Adverb)


Solche Formen widersprechen oft dem Sprachgefühl, und genau deshalb bleiben sie hängen. Bei manchen sind sogar verschiedene Schreibweisen erlaubt, doch der Duden empfiehlt eindeutig die nicht veralteten.



Auch gibt es sich ähnliche Worte, bei denen manch einer den gleichen Wortsinn vermuten mag, deren richtiger Gebrauch in Texten jedoch einen feinen aber kleinen Unterschied machen kann:


  • scheinbar bedeutet: es wirkt so, ist aber nicht so, nur dem äußeren Anschein nach

  • anscheinend bedeutet: es spricht vieles dafür, es wird vermutet, dass es so ist



Kaum ein Bereich sorgt für so viel Unsicherheit wie die Gretenntschreibung:


  • kennenlernen / kennen lernen/ das Kennenlernen: alle drei Varianten möglich

  • liegen lassen / liegenlassen:Trennung hängt davon ab, ob die Handlung wörtlich (etwas bleibt dort) oder übertragen (etwas wird ignoriert/aufgeschoben) gemeint ist

  • stattfinden: immer zusammen, Präfix+Verb



Viele Schreibgewohnheiten sind einfach über die Jahre gewachsen, wir alle kennen die berühmten Stolpersteine um das/dass, wieder/wider oder seid/seit, und kaum jemand hatte nicht so seine Problemchen damit in der Schule.


Manchmal ist die deutsche Rechtschreibung widersprüchlich, manchmal verwirrend, und manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr (respektive die Fehler vor lauter Wörtern).

Wenn du bei einzelnen Formulierungen unsicher bist, ob sie Stilmittel oder Stolperstein sind, hilft oft eine zweite Perspektive. Rechtschreibung ist kein Merkmal für Intelligenz, sondern ein Handwerk mit Tücken und Hürden, das gelernt werden will. Wer schreibt, darf und wird darüber stolpern.


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