Ich will ein Buch schreiben. Wie fange ich an?
- Johanna Mahn

- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Viele Menschen träumen davon, ein Buch zu schreiben. Vielleicht hast du eine Idee im Kopf, einzelne Szenen oder auch schon Figuren, aber der Anfang fällt schwer.
Die gute Nachricht: Niemand startet mit dem perfekten Plan. Ein Buch entsteht Schritt für Schritt und ist immer eine Reise. Wenn du anfangen möchtest zu schreiben, können dir diese ersten Schritte helfen.
1. Fang mit einer Idee an, nicht mit der ganzen Geschichte
Viele angehende Autorinnen und Autoren denken, sie müssten die komplette Handlung kennen, bevor sie anfangen können zu schreiben. Das ist aber oft gar nicht nötig. Häufig beginnt ein Buch mit etwas viel Kleinerem:
einer Figur
einer Szene
einer Frage („Was wäre, wenn …?“)
einem Konflikt
einer Idee
Zum Beispiel:Was wäre, wenn jemand ein Video sieht, in dem er selbst stirbt, aber der Unfall noch gar nicht passiert ist?
Solche Ideen sind oft der Anfang einer Geschichte. Um sie herum können sich passende Figuren, Handlungen und Orte entwickeln.
Wann immer du solch eine Idee hast: Schreib sie dir auf! Sonst gehen sie in der Hektik des Alltags schnell wieder verloren, und die besten Ideen hat man doch, wenn man gerade nicht damit rechnet.
2. Lerne deine Hauptfigur kennen
Bevor du viel über Plot oder Struktur nachdenkst, kann es helfen, deine Hauptfigur besser kennenzulernen. Fragen, die dabei hilfreich sein können:
Was will diese Figur unbedingt erreichen?
Wovor hat sie Angst?
Was steht ihr im Weg?
Was mag sie?
Welche Eigenheiten hat sie?
Eine starke Figur macht es oft viel leichter, eine Geschichte um sie zu entwickeln und sich in sie hineinzuversetzen.
3. Schreib einfach los
Viele Menschen versuchen, den perfekten Anfang zu schreiben. Den perfekten ersten Satz. Das perfekte erste Kapitel. Den perfekten ersten Dialog. Das kann schnell blockieren. Stattdessen kannst du dir erlauben, einfach eine Szene zu schreiben, die dich interessiert, die du spannend findest und die dir am Herzen liegt. Du musst nicht am Anfang beginnen.
Der erste Text muss nicht perfekt sein. Er ist nur der Anfang eines Entwurfs, und aus ihm entstehen weitere Ideen. Ob du beim Weiterschreiben eher eine Plotterin oder eine Drauf-los-Schreiberin bist, musst du für dich entscheiden.
4. Setze dir kleine Ziele
Ein ganzes Buch zu schreiben wirkt schnell überwältigend. Deshalb hilft es oft, den Prozess in kleine Schritte zu teilen.
Das können zum Beispiel sein:
300 Wörter pro Tag
eine Szene pro Woche
1 Seite am Tag
eine Stunde Schreiben am Wochenende
Bücher entstehen genau so, Stück für Stück. Passe deine Schreibzeiten an deinen Alltag an und nimm dir nicht zu viel vor, denn das kann schnell frustrieren, wenn es nicht klappt, wie vorgestellt. Wichtig ist es nicht, möglichst viel an einem Tag zu schaffen, wichtig ist es, dranzubleiben! Sieh deine Schreibzeit als festen Termin. Setz dich an den Schreibtisch, auch wenn du gerade keine Lust hast. Oft kommt die Motivation erst durchs Tun (wer kennt es nicht, zum Beispiel vom Sport😉).
5. Erlaube dir einen ersten Entwurf
Der erste Entwurf eines Romans ist selten perfekt. Das ist völlig normal. Wie gesagt: Jede Geschichte ist eine Entwicklung.
Beim Schreiben geht es zunächst darum, die ersten Ideen aufs Papier zu bringen. Überarbeiten, kürzen und verbessern kannst du später immer noch. Schreiben ist ein kreativer Prozess:. Löschen gehört dazu, Umschreiben gehört dazu, Steckenbleiben gehört dazu. Aber genauso auch das Weitermachen.
Viele Autorinnen und Autoren stellen fest, dass ihr Buch erst im Überarbeiten wirklich seine Form findet, und manchmal hat man noch beim finalen Durchlesen eine zündende Idee, die unbedingt eingearbeitet werden muss. Und das ist vollkommen okay.
Fazit
Der schwierigste Schritt beim Schreiben ist oft der erste. Du musst noch nicht alles wissen: weder das Ende deiner Geschichte noch jedes Detail der Handlung. Eine Idee, eine Figur oder eine Szene reichen aus, um anzufangen. Der Rest entwickelt sich oft während des Schreibens.
Wenn dein Manuskript wächst …
Viele Autorinnen und Autoren merken irgendwann, dass sie Unterstützung beim Überarbeiten möchten. Ein Lektorat kann dabei helfen, Figuren, Plot und Stil weiterzuentwickeln, ein Manuskriptgutachten kann bei einem ersten Überblick helfen.
Wenn du wissen möchtest, wie dein Text auf Leser wirkt, kannst du auch mit einem Probelektorat einzelner Seiten starten.
→ Mehr dazu findest du hier: https://www.funkenflug-lektorat.de/lektorat
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